Training trotz Erkältung?

Die Tage werden kürzer, die Temperatur wird kälter. Im Herbst beginnt auch die Zeit der häufigen Krankheiten. Eine Erkältung ist schnell eingefangen.

Wo man hinsieht, sieht man dick eingepackte Menschen. Husten und verstopfte Nasen laufen einem Tag täglich über den Weg. Auch wenn man sich gezielt gesund ernährt, warm anzieht und aufpasst nicht krank zu werden, ist man nicht vor einer Erkältung geschützt. Auch mich hat es dieses Wochenende ordentlich niedergestreckt. Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Fieber.

Zum Glück geht es mir wieder besser. Daher stellt sich nun die Frage:

Training trotz Erkältung?

Eine Erkältung ist nicht immer so schlimm. So ein bisschen Training kann ja nicht schaden. Und Schwitzen hilft schließlich auch dabei wieder zu genesen. Kann man also mit einer Erkältung trotzdem weiter trainieren?

Grundsätzlich sollte man sich gut überlegen mit Krankheit ins Training zu gehen. Der Körper ist bei viralen und bakteriellen Infekten grundsätzlich mit der Krankheit beschäftigt. Symptome wie Kopfschmerzen, Husten und Schnupfen sind Zeichen dafür, dass der Körper arbeitet.

Wenn der Körper gegen die Infektion kämpft, lässt sich das anhand der Körpertemperatur feststellen. Erhöhte Körpertemperatur und Fieber sind Indikatoren dafür, dass der Körper gerade mit seiner Krankheit ausgelastet ist.

Gerade wenn der Körper definitiv mit der Infektion kämpft, solltest du Anstrengungen meiden. Das schließt explizit Sport mit ein. Die Krankheit selbst lastet den Körper bereits aus. Genau genommen ist da purer Stress für den Körper. Ein Training, auch ein oberflächliches, bedeutet zusätzlichen Stress für den Körper.

Schmerztablette und gut?

Mittels schmerzlindernden und/oder fiebersenkenden Mitteln lassen sich die Symptome beheben. Grippostad zum Beispiel ist eine Mischung zweier Schmerzmittel und Koffein. Das enthaltene Koffein verstärkt zum einen die Wirkung des Schmerzmittels, zum anderen puscht Koffein bekanntlich den Körper.

Allerdings überdeckt man mit der Einnahme von Tabletten nur die Symptome der Krankheit. Der Körper ist also länger ausgelastet und wird womöglich zusätzlichem Stress ausgesetzt. Man fühlt sich zwar besser – unter der Fassade wird aber noch angestrengter gearbeitet.

Mögliche Folgen von verschleppten Krankheiten

Wer nicht auf seinen Körper hört, die Symptome möglicherweise überdeckt und dem Körper nicht die Möglichkeit gibt die Krankheit zu besiegen, der verschleppt die Erkrankung. Im schlimmsten Fall drohen chronische Erkrankungen oder eine Entzündung des Herzmuskels. Die sogenannte Myokarditis ist meist lebensgefährlich.

Temporär dauert die Genesung logischerweise auch länger. Wenn dein Körper nicht die Ressourcen für die Besserung hat, dann kann sich eben auch keine Besserung einstellen. Statt also ein Training während der Krankheitstage einzulegen, gönne deinem Körper eine Pause. So kannst du schneller wieder mit voller Leistung trainieren.

Eine konkrete Folge ist übrigens auch, dass der Körper bei Krankheit sich überhaupt nicht notwendigerweise regenerieren kann. Der Körper muss sich bereits von der Krankheit regenerieren, sodass für den Muskelaufbau gar keine Ressourcen bleiben.

„Ich hatte bisher nie ein Problem“

Im Studio wird man sicherlich schon mal Sätze wie diesen gehört haben. Vielleicht denkst du dir gerade auch genau diese Worte:

Ich war schon häufiger leicht erkältet im Training. Grippostad und ein Booster und das Training lief ordentlich von Statten. Von so einer kleinen Erkältung lasse ich mich doch nicht von meinem Training abhalten. Bisher hat mir das nie geschadet!

Mit Sicherheit trifft man immer wieder mal auf Athleten die genau diese Meinung vertreten. Die negativen Folgen wird man glücklicherweise nicht sofort zu spüren bekommen. Wann es so weit sein wird, ist aber unklar. So gesehen ist es ein Spiel mit dem Feuer krank ins Training zu gehen.

Wann kann ich nun ins Training gehen?

Wenn du dich ohne Hilfsmittel wie Schmerztabletten, Koffein oder Booster gut und in der Lage fühlst ins Training zu gehen, dann kannst du mit einem leichten Training fortfahren. Vorausgesetzt du hast keine erhöhte Temperatur und hattest die vergangenen Tage keine erhöhte Temperatur.

Wenn du lediglich ein bisschen Schnupfen und ein wenig Halskratzen hattest bist du recht schnell wieder fit. Du kannst also dann wieder anfangen zu trainieren, wenn du dich wieder fit fühlst. Sobald aber Husten mit ins Spiel kommt und/oder erhöhte Temperatur, solltest du deinem Körper ein paar Tage zur Genesung lassen. Auch wenn du dich wieder fit fühlst, solltest du deinem Körper zwei/drei Tage geben.

Bewegung ist gut

Bitte nicht falsch verstehen! Es ist äußerst sinnvoll sich bei Krankheit zu bewegen und nicht nur faul im Bett zu liegen und vor sich hin zu leiden. Gerade bei leichter Bewegung, auch an der frischen Luft, unterstützt man seinen Körper im Heilungsprozess.

Intensive Bewegung hingegen ist schädlich. Ein hartes Training bei Krankheit ist eher schädlich. Ein wenig Bewegung hingegen unterstützt den Körper eher noch.

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